Druckfarben

Im klassischen Tiefdruck werden Druckfarben auf Ölbasis verwendet. Für den Schulbereich wurden schon lange Druckfarben auf Wasserbasis angeboten, die aber nur für experimentelle Drucke taugten, weil sich viel zu schnell auf der Druckplatte trockneten. Seit einigen Jahren gibt es jetzt die sogenannten AKUA Druckfarben auf Sojabasis, die einen sehr guten Ersatz zu den tradionellen Ölfarben herstellen. Diese Farben haben im Vergleich zu Ölfarben folgende Vorteile:

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  • Die Farben härten erst dann aus, wenn sie auf dem Papier gedruckt sind. Angemischte Farbe für den Auflagendruck kann über mehrere Tage offen auf dem Drucktisch bleiben, ohne dass sich eine Haut bildet, wie es bei Ölfarben der Fall ist.
  • Mit Spülmittel kann alles verwendete Werkzeug und die Druckplatten leicht gereinigt werden – Verwendung von Lösungsmitteln ist überflüssig.
  • Die Farben lassen sich leichter und schneller wischen wie die tradionellen Ölfarben, zeigen gleichzeitig genauso gute Druckeigenschaften.

Aus diesen Gründen habe ich vor Jahren auf AKUA Farben umgestellt. Die Farben werden bei jedem Händler vertrieben, der auch ImageOn Filme verkauft.

Druckfarben selbst herstellen

Tiefdruckfarben auf Ölbasis werden weiterhin in vielen Malereibedarfsgeschäften verkauft. wenn z.B. einmal der richtige Farbton nicht zur Hand ist, kann man Sie auch leicht selbst herstellen. Bindemittel von Tieddruckfarbe ist Leinstandöl (manchmal auch Sonnenblumenstandöl) – es ist durch Wärmeeinwirkung eingedicktes Öl mit einer honigartigen Konsistenz. Fast jeder Farbenhändler kann es liefern.

Man häuft etwas Pigment auf eine dicke Glasscheibe und gibt nach und nach vorsichtig kleine Standölmengen dazu, während man die entstehende Masse mit einer Metallmalerspachtel anreibt. Die Spachtel wird immer steil und fest über die Glasfläche geführt, bis eine absolut homogene Farbmasse entstanden ist. Die Ölmenge ist im Verhältnis zur Pigmentmenge immer wesentlich geringer, in der Regel etwa 1/3 – genaue Angaben kann man nicht machen, weil sich jedes Pigment anders zum beigegebenen Öl verhält.

Die Farbe in diesem Zustand könnte man als Druckfarbe für Lithografien verwenden. Man nennt sie eine “lange” Druckfarbe, weil die Farbemasse nach einer Berührung mehr oder weniger lange Fäden zieht. Für den Tiefdruck braucht man aber “kurze” Druckfarbe, bei der also der Farbfilm möglichst schnell abreißt. Dazu gibt man in die Farbmasse ein paar Tropfen dünnes normales Malöl, wie z.B. normales Sonnenblumenöl und verspachtelt weiter alles miteinander. Die Farbe wird sofort spürbar weniger zäh. Damit man nicht versehentlich zu viel Öl zugibt taucht man am besten einen dünnen Holzstiel in die Ölflasche und läßt dann ein paar Tropfen in die Farbe fallen. Das Verhältnis von Öl zu Pigment ist in etwa dann richtig, wenn nach dem direkten Überrakeln mit der Spachtel die entsprechende Stelle kurz matt erscheint und gleich darauf wieder ein speckiger Glanz auf der Oberfläche der Farbe entsteht. Sie haben jetzt eine recht streng klebende Farbmasse, die etwas fester in der Konsistenz ist wie Ölfarbe zum Malen und die direkt für den Druck verwendet werden kann.

Statt dünnem Malöl können Sie der Farbe schon sogenannte Druckfirnis aus dem Fachhandel beigeben. Diese Firnis besteht hauptsächlich auch aus dünnen Malöl, hat häufig noch zusätzlich Harzzusätze, die den Glanz und die Trocknung der Farbe beeinflussen.

Grundsätzlich reagiert jedes Pigment in seiner Konsistenz anders auf die Zugabe von Öl. Alle schwarzen Pigmente lassen sich sehr gut und leicht zu Druckfarben verarbeiten. Nicht alle Buntpigment sind wirklich für die Verarbeitung zu Druckfarben geeignet, weil ihnen häufig die Deckkraft fehlt oder einfach eine Farbkonsistenz entsteht, die sich beim Tiefdruck nicht gut reiben läßt. Die Wahl fällt deshalb beim Tiefdruck immer auf Pigmente, die möglichst fein gerieben sind und die denkbar größte Deckkraft haben. Manchmal wird auch Silber-oder Goldpigment zugeben, um die Deckkraft z.B. bei Rottönen spürbar zu erhöhen.

Will man Farben mit dem auf Sojabasis nach Rezept von AKUA selbst anreiben funktioniert das im Grunde genauso. Statt dem Leinöl  verwendet man als Bindemittel das “AKUA intaglio Transparent Base” und verspachtelt diese gründlich mit dem gewünschten Pigment. Es ist nur darauf zu achten, dass die AKUA Tiefdruckfarbe immer eine weniger strenge Konsistenz wie Standleinölfarben haben.

Einstellen der Farben für den Druck

Wenn man eine klassissche Tiefdruckplatte aus Metall mit Ölfarbe druckt wird sie während des Druckvorgangs erwärmt. Das erleichtert das Reiben, wenn die Platte noch ganz mit Ölfarbe bedeckt ist. Während des Wischvorgangs kühlt die Platte ab und die jetzt kühlere Druckfarbe verankert sich gut in den Vertiefungen der Platte. Fertige Druckfarbe auf Ölbasis wird häufig in einer sehr strengen Konsistenz geliefert, damit man sie gut mit der Zugabe von dünnen Öl oder einem Druckfirnisgemsich auf die eigene Arbeit einstellen kann. Die Druckfarbe sollte immer so eingestellt werden, dass sie sich ohne Kraftaufwand von der Platte wischen läßt. Es ist nicht richtig, dass eine besonders streng eingestellte Farbe ein besonders prägnantes Druckbild ergibt, weil im diesem Fall mit dem zu kräftigen Wischen der Platte eher wieder Farbe aus den Vertiefungen genommen wird. Wichtig für ein gutes Druckbild ist nicht die Strenge der Farbe,sondern, dass sie kurz genug ist, um ein gutes Wischen zu ermöglichen. Sollte es passieren, dass versehentlich etwas zu viel dünnes Öl zugegeben wird, können Sie wieder etwas Megnesiapulver ( ein weißes leichtes Pulver, das man in der Apotheke erhält. Im Öl wird das Pulver durchsichtig, beeinflußt den Farbton also nicht) dazu spachteln.. Damit wird die Farbe wieder zäher, während durch das Pulver eine gleichzeitig bessere Wischbarkeit erreicht wird.

In diesem Blog  wird die Drucktechnik auf Kunststoffplatten beschrieben, die natürlich beim Druck nicht erhitzt werden können. Also muss die Öldruckfarbe generell noch etwas dünner wie bei den klassischen Verfahren eingestellt werden.

Die AKUA Tiefdruckfarben müssen in der Regel für Druck nicht modifiziert werden. Sie haben eine buttrige Konsistenz und lassen sich ohne Kraftaufwand wischen.  Bei sehr kühlen Raumverhältnisen gebe ich manchmal ein paar Tropfen normales Sonenblumenöl bei, dass die Farben genauso wie Ölfarben etwas dünner macht. Bei sehr warmen Raumverhätnissen kann man AKUA-Intaglio Oil Converter zugeben, um die Farben wieder etwas strenger zu machen.

Egal ob Sie mit Druckfarben auf Öl- oder Sojabasis arbeiten: Achten Sie immer darauf nur sehr kleine Mengen von dünnem Öl beizugeben – die Konsistenz der Farbe ändert sich sehr schnell. Sollten bestimmte der Stellen der Platte nicht oder überraschend flau im Druckbild sein, kann dieser Fehler in der Regel mit der Einstellung der Druckfarbe nicht behoben werden. Der Fehler liegt meist in der Druckplatte selbst. Die richtige Einstellung der Druckfarbe kann das Druckbild etwas verbessern und erleichtert vor allem das Wischen der Platte während dem Druckvorgang, es kann aber nicht fehlerhafte Stellen in der Platte “reparieren”.

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