Grundausstattung

Die Radierpresse

Aufgrund des hohen Drucks, der benötigt wird ist eine Umsetzung eines Tiefdrucks ohne Tiefdruckpresse nicht möglich. Im Grunde handelt sich um zwei Stahlwalzen durch die eine eine stabile Platte geführt wird. Eine neuere große Presse ist nicht billig. Aber es werden immer wieder gerauchte Maschinen für wesentlich weniger angeboten, oder man macht sich die Mühe eine Presse selbst zu bauen oder bauen zu lassen, was gut möglich ist, weil der Grundaufbau nicht kompliziert ist.

Radierpresse

Worauf man bei der Anschaffung einer Presse achten sollte

Die erste Frage lautet immer: Wie groß muss die Presse sein ? Ich besitze eine Presse mit der Walzenbreite 60 cm, weil man maximales Papierformat etwa 80 X 60 cm beträgt. Die Presse wiegt ca. 150 Kilogramm, ist also noch relativ problemlos zu transportierten und geht mit ihren Ausmaßen noch durch normale Türrahmen. Also eine Presse, die in privaten Räumen noch nutzbar ist. Bei größeren , also breiteren Pressen muss man sich genau überlegen, ob der Platzbedarf überhaupt ausreicht, weil auch abgesehen von der Druckpresse selbst alle Arbeitsplätze (für die Vorbereitung der Platten und des Papiers) deutlich größer werden müssen, und natürlich das Gewicht größerer Pressen leicht in unrealistische Dimensionen gehen kann. Kleine Pressen gibt ab etwa 40 cm Walzenbreite. Sie sind leicht zu transportieren und funktionieren genauso gut wie die Großen.

Was ist der Unterschied zwischen teuren und günstigen Pressen

In teuren Pressen wird mehr und stabileres Material verarbeitet. Bei den Walzen wird sehr dickes Stahl verwendet. Nach einer Beschädigung kann eine solche Walze problemlos wieder abgedreht werden. Die Übersetzung zur Walze, die den Drucktisch bewegt ist in der Regel sehr hoch, so daß die Bedienung der Presse kaum Kraft verlangt. Kleine Walzendurchmesser haben den Nachteil, dass sich das Papier oder die Platte bevor sie richtig von der Walze erfaßt werden noch verschieben können. Durch große Walzendurchmesser wird diese Gefahr vermindert.

Kurzum: Teure Presse sind nicht kaputt zu kriegen und leicht zu bedienen, was bei häufigen Betriebe durchaus ein Argument ist.

Bei richtiger Bedienung ergeben die kleinen Pressen aber genauso gute Ergebnisse, auch wenn Besitzer großer schwerer Pressen gerne dazu neigen, diese Pressen als „Spielzeug“ zu bezeichnen. Das ist nichts weiter als Männergehabe. Die Qualität eines Druck wird in erster Linie durch eine gute Druckplatte erzeugt- eine teure Presse erleichtert vielleicht die Arbeit, sie kann aber von einer schlechten Druckplatte keinen guten Druck machen.

Wenn Sie eine neue Maschine kaufen wollen geben Sie am besten den Begriff „Radierpresse“ in eine Suchmaschine ein, lesen Sie genau die technischen Angaben und vergleichen Sie sie mit Ihren Anforderungen und Sie werden schnell eine Presse für sich finden.

Wenn sie nicht so viel Geld ausgeben wollen, dann verfolgen Sie am besten eine Zeitlang Angebote auf ebay oder suchen in anderen Foren nach gebrauchten Pressen. Auch Hersteller bieten häufig gebrauchte Maschinen an. Falls Sie eine wirklich große und damit schwere Presse wollen, unterschätzten Sie niemals den Faktor Transport – die Transportkosten einer günstigen Maschine können leicht die Anschaffungskosten übersteigen.

Wenn Sie sich etwas im Maschinenbau auskennen, kann es auch eine gute Variante sein sich eine Radierpresse selbst zu bauen. Ich habe meine Presse nach Plänen von

http://www.dougforsythegallery.com/Press.html

gebaut (bauen lassen). Doug Forsythe verkauft auf dieser Site Pläne für wenig Geld. Es sind einfach verständliche Pläne, die auf die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden können. Kleines Manko der Pläne: Die Pläne  gibt es nur in Inchangaben und beziehen sich auf übliche Teile- und Standardmaße im englischsprachigen Raum.

Ich habe meine Presse in einer befreundeten Metallwerkstatt anfertigen lassen, mußte zuvor aber alle Pläne in Zentimeterangaben umrechnen und mich auch genau erkundigen welche Gewinde-, Lager-, und Materialstärkemaße im europäischen Raum gelten. Also eine einfache Umrechnung mit dem Taschenrechner reicht nicht aus. Mit der richtigen Beratung oder eigenen Vorkenntnissen ( die ich nicht hatte) klappt das wirklich gut.

Der Belicher

Die Druckplatten werden mit UV- Licht bestrahlt und damit gehärtet. Für einfache Belichtungen ist es auch möglich, einfach die Sonne zu verwenden. Für akurate Fotomotive würde ich aber von Sonnenbelichtung abraten, weil die Intensität der Sonnenstrahlen natürlich stark variiert. In meiner Technik verwende ich realtiv kurze Belichtungzeiten. Um eine richtige Belichtung mit der Sonne zu erhalten müßte ich z.B. einen Zeitpunkt irgendwo zwischen 10 und 15 Sekunden zu erwischen. Nur kurze Zeit danach wäre die Platte überbelichtet. Im meinem Belichter entsprechen diese 10 Sonnensekunden ungefähr 60 Belichtungseinheiten, die ich im Gerät genau einrichten kann. Die Sonne als Belichter ist also für anspruchsvolle experimentelle Arbeit geeignet, für genau vorhersehbare Belichtungen aber eher nicht.

Belichter werden nach wie vor Siebdruckerein verwendet und sterben in herkömmlichen Offsetdruckereien langsam aus. Grundsätzlich funktionieren Sie alle gleich. Über die Druckplatte wird das Filmpositiv des Motivs gelegt. Beides zusammen kommt unter eine Glasplatte, die mit einer Vakuumvorrichtung versehen ist. Das erzeugte Vakuum sorgt dafür, dass Druckplatte und Film möglichst gut und blasenfrei zusammengepreßt werden. Die Stärke des Vakuums kann reguliert werden. Die Vakuumeinrichtung ist jedenfalls bei größeren Platten eine wichtige Voraussetztung für gut Kontaktkopien.

Wenn genügend Vakuum aufgebaut wurde wird die Platte möglichst gleichmäßig mit einer sehr staken UV-Lampe belichtet. Jeder Hersteller hat seine eigenen Lampen, daraus resultieren völlig verschiedene Belichtungszeiten, die nur im Experiment herausgefunden werden können.

Sehr wichtig beim einem Belichter ist der Lichtmesser – er mißt das eingefallene Licht während der aktuellen Belichtung. Für gleichbleibende Ergebnisse ist das sehr wichtig. Wenn z.B. die Stromstärke während einer Belichtung etwas ansteigt oder abfällt, wird eine korrekte Belichtungszeit zu einem falschen Ergebnis führen. Deshalb wird die Belichtingszeit in „Belichtungseinheiten“ definiert, also der Quantität von eingefallenen Licht gemessen und nicht der Zeit, die während der Belichtung vergeht. Diese drei Einrichtungen sind bei allen Belichtern Standard und auch nötig um eine genau abgestimmte Belichtung wiederholen zu können.

Bezugsquellen für Belichter

Neue Geräte sind sehr kostspielig, werden aber nach wie vor angeboten, weil sie in Siebdruckereien noch sehr häufig verwendet werden. In Offsetdruckereien sterben die Geräte aus, was Sie auf den Gebrauchtmarkt wieder erschwinglich machen. Geben Sie in die Suchmaschine „Kopierrahmen“ oder „Belichter“ ein und sehen Sie auf Seiten für Siebdruckbedarf, um sich ein Bild über die Geraäte zu machen. Ein anspruchsvolles gebrauchtes Gerät erhalten Sie gebraucht zwischen 500 und 1500 Euro. Achten Sie auf den richtigen Stromanschluß (z.B. kein Starkstrom, wenn Sie kein Starkstrom haben) und für den privaten oder halb proffesionellen Gebrauch sind Maße und Gewicht auch wichtig. Achten Sie auch darauf, dass es den Hersteller noch gibt, weil eventuelle Reperaturen bei diesen Geräten nicht ohne weiteres selbst ausgeführt werden können.

Einige Anbieter im englischsprachigen Raum bieten kleinere Tischgeräte in sehr guter Qualität an (hier ist aber auf den richtigen Stromanschluß zu achten). Die Schlagworte für diese Geräte in Suchmaschinen sind z.B. „Table Top Exposure Unit“.

Achtung: Alle Belichtunggeräte aus dem kommerziellen Druckbereich funktionieren, solange sie eine Punktlichtquelle haben. Leuchtröhrengeräte (also wie einer Sonnenbank) sind nicht geeignet.

Einfache Alternativen für einen Belichter

  • Für die ersten Experimte reicht die Sonne völlig aus. Sonnenstrahlen laufen absolut parrallel, wären die ideale Belichtungsquelle, wenn die Ermittlung der genauen Belichtungszeit nicht so schwierig wäre. Man spannt die Druckplatte mit dem Film zusammen unter eine dicke Glasplatte und hält beides zusammen einige Sekunden ins direkte Sonnenlicht. Das kann sehr gute Produkte geben, nur die Wiederholung der genau gleichen Belichtungzeit kann wirklich schwierig werden.
  • Meine ersten Belichtungsversuche habe ich mit einer Tierwärmelampe gemacht. Sie geben einiges an UV-Licht ab und funktionieren bei Belichtungszeiten von etwa 40 Sekunden (je nach Entfernung) gut. Eine Birne kostet etwa 50 Euro (Osram Ultra VITALU). Nachteil: Wirklich gleichmäßig belichtet die Birne nur auf eine Fläche von etwa 15 X 20 cm. Bei der doppelten Plattengröße wird an den Randbereichen schon ein starker Lichtabfall sichtbar.
Lampe für Belichtung

Lampe für Belichtung

  • Ein einfacher Baustrahler gibt auch eine große Menge UV-Licht. die Strahler sind billig, haben aber wie die Wärmelampe das Problem der gleichmäßicgen Lichtverteilung.

Mit allen drei Methoden ist es durchaus anspruchsvolle Druckplatten herzustellen. Allerdings ist auch die Gefahr groß, dass sie viel Ausschuß produzieren, weil Sie so keine Möglichkeit haben die tatsächlich eingefallene Lichtmenge zu messen, und weil bei Birne und Baustrahler die nötige gleichmäßige Ausleutung nicht gewährleistet ist.

Sollten Sie sich mit der Technik anfreunden, entsteht automatisch das Bedürfnis sich einen Belichter anzuschaffen, weil die Anzahl der Ausschußplatten spürbar geringer wird.

Belichter Photopolymergravure

Belichter mit Punktlichtquelle, Vakkumvorichtung und Lichtmeßeinheit

Inkjet Drucker

Bei der Photopolymergravure verwendet man Inkjetdrucker, weil das Rasterbild der Drucker für die Umsetzung im Tiefdruck sehr gut geeignet ist. Prinzipiell läßt sich jeder Inkjetdrucker für die Technik verwenden. Für die Filmherstellung sucht man beim Drucker die Einstellung, bei der ausschließlich mit der schwarzen Druckerpatrone gedruckt wird, um möglichst lichtdichte Filme zu erhalten. Die Drucker von Epson haben sich in dieser Technik etabliert, weil sie in diesem “reduzierten” Druckmodus noch sehr gute Ergebnisse erzielen. Drucker, die mit Pigmenttinten arbeiten, werden bevorzugt für die Technik verwendet, sind allerdings aber auch in Anschaffung und Unterhalt deutlich kostspieliger als “normale” Drucker.

Photopolymergravure

Epson 3880, für Ausdrucke bis DIN A2

Zusammenfassung

 

 

Advertisements

One thought on “Grundausstattung

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s