Kontaktkopie

Die Kontaktkopie dient der Übertragung des Motivs auf die lichtempfindliche Druckplatte. Das Motiv wird mit dem Inkjetdrucker auf eine transparente Folie gedruckt. Dann wird Platte und Folie Schicht auf Schichtseite zusammengepreßt und belichtet – danch kann das Motiv ausgewaschen, fixiert und schließlich gedruckt werden.

kontaktprinzip

Bis zum Format von etwa DIN A4 funktioniert die Kontaktkopie ohne wesentliche Probleme auch mit improvisierten technischen Hilfsmitteln. Die Belichtung kann zum Beispiel mit einen einfachen Baustrahler erfolgen, der im Kern einen Lichtkegel mit gleichmäßiger Intensität erzeugt, der eine Fläche von etwa 25 X 25 cm erzeugt, wenn die Lampe zwischen 50 und 80 cm von der zu belichtenden Platte entfernt ist.

Nach meiner Erfahrung ist bei kleinen Formaten auch nicht zwingend nötig, eine Vakuumvorrichtung für das Zusammenpressen von Folie und Platte nötig, um einen guten Kontakt zwischen beiden herzustellen. Solange die Druckplatte aus Kunststoff besteht, reicht leichter Druck unter einer Glasplatte aus, der z.B. mit einem einfachen Bilderwechselrahmen erzeugt werden kann.

Sobald allerdings das Format DIN A4 überschritten kann eine Kontaktkopie eines differnzierten Motivs mit improvisierten Mitteln kaum mehr umgesetzt werden. Zum einen leisten günstige Lichtquellen keine gleichmäßige Ausleuchtung auf größere Flächen, zum anderen ist bei größeren Flächen bei weitem schwieriger einen tadellosen Kontakt zwischen Druckplatte und Folie ohne Vakuumvorrichtung herzustellen. Persönlich hatte ich auch große Probleme Folienmaterial zu finden, das ohne Probleme bei Formaten über DIN A3 funktioniert, weshalb ich auch letztendlich den Weg zu direct-to-plate Verfahren gesucht habe, bei denen diese Probleme nicht bestehen.

Das richtige Folienmaterial für die Kontaktkopie

Beinahe alle Hersteller von Folien und Druckerpapieren bieten auch bedruckbare Transparentfolien an, die in meisten Fällen für ähnliche Anwendungen, z.B. für die Belichtung beim Siebdruck, entwickelt wurden. Diese Folien gibt es bis DIN A 3 in Bogenware, danach als Rollenware für größere Formate. Die Druckseite ist eine leicht milchig, das ausnahmelos ein sehr scharfes und lichtdichtes Druckbild ergibt. Auch wenn die Folien für ähnliche Anwendungen entwickelt wurden, sind sie leider nicht immer für die Belichtung auf ImagOn-Film geeignet, bzw. bei der Kopie von größeren Platten schwer in der Handhabung. Schwierig bei vielen Folien ist einen völlig gleichmäßigen Kontakt zur Druckplatte herzustellen. Die Oberfläche der ImaOn-Platten ist nicht zu 100 % glatt, sondern ähnelt eher einer sehr feinen Lederstruktur. Diese Struktur scheint bei der Kontaktkopie Lufteinschlüsse zu begünstigen, die im Druck als helle Flecken ausfallen.

Kontaktkopie Photopolymerdruck

Dieser Ausschnitt eines Druckes hat etwa die Fläche von DIN A4. Im Himmel große und kleine helle Flecken sichtbar, die auf Lufteinschlüsse bei der Kontaktkopie zurückzuführen sind. Die dunklen staubartigen Flecken entstehen nach Auftreten von Newtonschen Ringen bei der Kontaktkopie, die auf ungleichmäßigen Kontakt hinweisen.

Jon Lybrook stellt hervorragende Drucke mit K3 Platten und einer Doppelbelichtung mit einem sehr feinen Aquatintascreen her. Er gibt folgende wichtige Tipps auf seiner homepage genau diese Probleme zu minimieren bzw. zu beseitigen:

  • Die Glasplatte des Belichters wird durch eine Plexiglassplatte ersetzt. Dieser Tipp kommt ursprünglich von Boxcarpress, einen amerikanischen Flexodruckplattenlieferanten- und Dienstleister. Man kann also diesem Tipp vertrauen, weil der Betrieb täglich einige Druckplatten in sehr guter Qualtiät selbst belichtet und entwickelt.
  • Jon Lybrook empfiehlt die Druckplatte bzw. den bedruckten Transparentfilm mit etwas Babypuder einzureiben. Der Tranparerentfilm kann so weniger an der Druckplatte haften und Lufteinschlüsse können während des Vakuumvorgangs entweichen.
  • Eine gründliche Trocknung des Druckbildes vor der Kopie auf die Platte, um wieder die Haftung zur Druckplatte zu verringer.

Ein optisches Indiz für mangelnden gleichmäßigen Kontakt bei der Kontaktkopie ist die Bildung von Newtonschen Ringen während der Belichtung. Das sind mehr oder weniger große dunkle Flächen, um die herum Linien in den Spektralfarben bilden. Newtonsche Ringe lassen sich durch die Erhöhung des Vakuumdrucks zwar vermindern, aber nicht beseitigen. Zudem ist der ImageOn im nicht ausgehärteten Zustand etwas druckempfindlich, bildet im Punkte bei zu hoher Druckanwendung aus.

Wenn die Tipps von Jon Lybrook also nicht helfen die Probleme zu beheben wird es einfacher sein einen anderen Film auszuprobieren, der sich besser an die Oberflächenstruktur des ImageOn-Films anpassen kann.

Von Anfang an habe ich in dieser Technik mit Klarsichtfilmen aus dem Schreibwarengeschäft gearbeitet, die eigentlich für Overheadpräsentationen und nicht für professionelle Druckanwendungen konzipiert sind. Diese Filme sind dünner als die professionellen Filme und haben statt der milchigen Druckschicht eine leicht aufgeraute, gekörnte Schicht. Egal von welchen Hersteller hatte ich mit diesen Transparentfolien niemals das Problem von mangelnden Kontakt zu den Druckplatten. Ich vermute es liegt daran, dass durch die Körnung beim direkten Kontakt immer ein miminaler Luftfilm zwischen Folie und Platte bestehen bleibt, der das Entweichen von größeren Lufteinschlüssen möglich macht. Diese Art von Folie wird mit möglichst geringem Vakuumdruck kopiert- die Körnung wird sich eventuell trotzdem in der Druckplatte abbilden, im Druck selbst aber nicht mehr oder nur noch minimalst sichtbar sein. Leider konnte ich diese Folie immer nur bis maximal DIN A3 bekommen.

photo polymer print transparency

Eine auf der Druckseite leicht gekörnte, glasklare Inkjetfolie, die für die Kontaktkopie mit ImageOn sehr gut geeignet ist.

Zusammenfassung

Für gute Ergebnisse in der Kontaktkopie brauchen Sie Transparentfilme, die sich gut an die Oberflächenstruktur des ImageOn-Films und des Trägermaterials anpassen. Weil jeder seinen ImageOn-Film auf einen anderes Material aufbringt und jeder ein anderes Belichtunggerät verwendet, das spektral unterschiedlich auf das jeweils verwendete Folienmaterial wirkt, kann man hier keine eindeutige Empfehlung für ein bestimmtes Transparentfilmmaterial geben. Wenn Sie Ihr Material gefunden haben, sollten Sie möglichst genau bei dieser Materialkombination bleiben.

Kleine Arbeiten benötigen nicht zwingend eine Vakuumvorrichtung. Eine ebene weiche Unterlage auf die eine bevorzugt dicke Glasscheibe aufgedrückt werden kann, um Transparentfilm und Druckplatte zusammenzupressen, reicht aus. Wenn Sie mit sehr dichtlichten Inkjetausdrucken arbeiten ist das Sonnenlicht eine gute Alternative zur Belichtung in einem teurem Belichtungsapparat.

Große Platten sind in guter Qualtität sind meiner Erfahrung nach nur mit einer Vakuumvorrichtung, die relativ geringen aber gleichmäßigen Druck auf das Druckmaterial ausübt, zu realisieren. Die Lampen in professinellen Belichtern quarantieren eine gleichmäßige Ausleuchtung auch auf größerer Flächen.

Wichtig: Egal welche Belichtungsquelle Sie verwenden. die Lichtquelle muß eine Punktlichtquelle sein. Eine solariumähnliche Konstruktion mit Leuchtstoffröhren funktioniert nicht.

Nachdem ich nach und nach meine Technik verbessert hatte, ist der Wunsch entstanden auch Platten über DIN A3 zu realisieren. Dabei bin ich auf überraschend viele Probleme in der Kontaktkopie gestoßen, weil ich mein bisheriges Folienmaterial wechseln mußte. Auf der Suche nach Lösungen bin ich auf die Site von Don Messec gestoßen der eine direct-to-plate Methode entwickelt, die darauf beruht, dass das zu belichtende Bild direkt auf die Druckplatte gedruckt wird und dann wie üblich weiterbearbeitet wird. Seitdem bin ich ein großer Fan der direct-to-plate Methode, weil sie alle Schwierigkeiten der Kontaktkopie eliminiert, allerdings nur möglich ist, wenn das zu druckende Motiv direkt aus dem Computer generiert wird.

> weiter zu direct-to-plate

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